Fr, 6. November | 19.30 Uhr
Filmpräsentation: André Gide und Madeleine
Ein Film von Vera Botterbusch mit Jürgen Arndt und Ingrid Resch
45 Min. | BR 1997 | mit Einführung durch die Regisseurin und anschließendem Publikumsgespräch
Gides erste schriftstellerische Tat sind die „Cahiers d’André Walter“, die der 22jährige 1891 auf eigene Kosten drucken lässt und seiner Kusine Madeleine Rondeaux, die er seit seinem 14ten Lebensjahr liebt, in Verbindung mit einem Heiratsantrag überreicht. Sie spiegeln seinen Seelenzustand und handeln von einem jungen Mann, den nicht gelebte Liebe und verfehlte Heirat in den Wahnsinn treiben. Madeleine lehnt seinen Antrag zunächst ab.
Erst vier Jahre später, nach dem Tod von Gides Mutter, heiraten die beiden. Doch auf der Hochzeitsreise zeichnet sich schon deutlich das wachsende Drama ihrer Beziehung ab. Gide ist nicht in der Lage auf die körperlichen Bedürfnisse seiner Frau einzugehen. Sein Körper liebt Knaben, seine Seele Madeleine. Bis Marc Allégret auftaucht und diese Trennung gefährdet: 1918. Da sind Gide und Madeleine 23 Jahre verheiratet.
Dieser Vertrauensbruch erschüttert Madeleine so tief, dass sie alle Briefe Gides an sie verbrennt – für Gide unverzeihlich, als wären diese Briefe ihr gemeinsames Kind gewesen. Der Riss bleibt fast irreparabel. 1938 stirbt Madeleine.
Gide schreibt „Et nunc manet in te“, die Geschichte ihrer Liebe. Daran orientiert sich auch der Film „André Gide und Madeleine“.
Vera Botterbusch vergegenwärtigt die Stationen dieser Liebe dokumentarisch und szenisch (mit Jürgen Arndt als André Gide und Ingrid Resch als Madeleine). Szenen im Studio, Bilder z.B. aus Cuverville in der Normandie, dem Lebensort von Madeleine.
Tickets: 12 € | Mitglieder: 8 €
Adresse & Anfahrt
Der Abend findet im forum2 statt. Das ist unterhalb der Nadischule im Olympischen Dorf, Nadistraße 3, 80809 München
Eine genaue Anfahrtsbeschreibung findet sich unter: Kultur-forum2 – Anfahrt